„Cantando praedicare“ singt im Gottesdienst

St. Paulus stellt den Gregorianischen Choral in den Dienst der Liturgie.

Dazu gehört das Meßproprium mit dem Gesang zum Eingang, den beiden Zwischengesängen, dem Gesang zur Gabenbereitung und zur Kommunion. Diese fünf Gesänge sind der Göttinger Choralschola „Cantando praedicare“ anvertraut, Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei dagegen einem Vorsänger und der Gemeinde im Wechsel. Im Gotteslob sind sie als Choralmessen unter Lateinische Ordinarien zu finden (104-119).

Zum Eingang am 6. Sonntag der Osterzeit trifft die Gemeinde auf die Klanggestalt eines begeisternden Festliedes, dessen Beter aus überglücklichem Herzen heraus dazu auffordert annuntiate − kündet den Ruf der Freude, daß man ihn höre und nuntiate  ruft bis zum Rand der Erde: liberavit dominus populum suum − der Herr hat sein Volk befreit. Wir sind angesprochen und aufgerufen die Befreiung, die wir selbst persönlich durch die Auferstehung erfahren haben tatsächlich als neu geschenktes Leben zu verkünden. So meint es der Gesang zum Eingang des Gottesdienstes.

Im Gesang zur Gabenbereitung dagegen kommt die individuelle Freude eines persönlich Betroffenen eher in verhaltener Klanggestalt dankbar lobend zum Ausdruck. Sie muß man dem Auferstandenen selbst in den Mund legen, wenn es heißt: qui posuit animam meam ad vitamet non dedit commoveri pedes meos − der meine Seele zum Leben berief und nicht wanken ließ meine Füße.

Mit den Worten non vos relinquam orphanos veniam ad vos iterum − ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme wieder zu euch, spricht im Gesang zur Kommunion Christus selbst, dessen Gnade und Erbarmen wir dann im Heiligen Sakrament erfahren dürfen.

Dr. Johanna Grüger

Termin
21.05.2017, 09:30 Uhr
Ort
St. Paulus
Wilhelm-Weber-Straße 15
37073 Göttingen